Der Satruper Herbstmarkt begann 1873 mit Rind und Pferd

(Quelle: Flensburger Tageblatt vom 4. September 2008)
Satrup/ami –„Nach Süderbrarup der zweitgrößte Jahrmarkt in Schleswig Holstein“, übertreibt Satrups Bürgermeister Krabbenhöft. „Klein, aber fein“, schwärmen Satruper Bürger über ihren Herbstmarkt und treffen damit den Wahrheitsgehalt wesentlich besser.
Am Beginn des Satruper Marktes stand ein Vieh.- und Pferdemarkt. 1871 wird im Protokollbuch der Gemeinde Satrup erstmalig über die Organisation eines derartigen Marktes berichtet. Dieser sollte jeweils im April stattfinden und ein zweites Mal im Oktober vor dem Flensburger Viehmarkt. Doch schon damals mahlten die Verwaltungsmühlen langsam. Erst im November 1873 kam der genehmigende Bescheid von der königlichen Hardesvogtei in Schleswig.

Anlass für diesen Viehmarkt war für die Satruper der rege Handel mit Starken. Nach Mecklenburg, Ostpreußen, ja selbst nach Dänemark und ins ferne Russland wurden die Tiere exportiert. Ein Viehmarkt würde diesem Handel neue Impulse verleihen, hofften die Satruper Landwirte und Viehhändler.
Vier Satruper Kaufleute beauftragte die Gemeinde damit, die benötigten Einrichtungen aufzustellen, so dass im Frühjahr 1875 der erste Viehmarkt abgehalten werden konnte. Das Marktgeschehen spielte sich viele Jahre zwischen Satrup-Krog und dem heutigen Postgebäude ab. Dort wurden die Karussells und Buden aufgebaut. Zur Attraktion gehörte damals die Tingeltangel-Gruppe „Tante Goos“.

Die Hausbesitzer erhielten an den Markttagen eine Schankerlaubnis, wovon ausgiebig Gebrauch gemacht wurde. In einigen Häusern wurden auch Speisen gereicht. Die Satruper Chronik berichtet von „frischer Suppe“ und „gekochten Schinken“, die weit im Lande berühmt waren.
Welche Bedeutung der Markt hatte, zeigen Berichte über Schulfrei für die Kinder an den Markttagen und Sonderzüge der Kreisbahn nach Satrup. Örtliche Handwerksbetriebe und auswärtige Marktbeschicker machten hier friedlich nebeneinander Geschäfte.

Der Krieg ließ kein Raum für Fröhlichkeit. Erst 1950 wurde das 75-jährige Bestehen des Marktes groß gefeiert. Diesmal auf dem Gelände der ehemaligen Flensburger Kreisbahn. Ab Mitte der fünfziger Jahre schrumpfte der Markt immer mehr. Der Frühjahrsmarkt wurde ganz aufgegeben. So hatte sich bis heute ein traditioneller kleiner Markt erhalten, der im Jahre 2000 sein 125-jähriges Bestehen feiern konnte.


